Afa-Algen: Eine Alternative zu Ritalin?
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.12.2008
Gesundheitsgefährdung durch Algen-Präparate
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BgVV und BfArM warnen: Nahrungsergänzungsmittel aus AFA-Algen können keine medizinische Therapie ersetzen ä
Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV). 08/2002, 21. März 2002
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Stellungnahme des Bundesamtes für Gesundheitswesen BAG (CH) ä
Warnung vor Algenzubereitungen
Die blau-grünen
Algen können zu hepato- und neurotoxischen Schädigungen führen. Seit
einigen Monaten wird als alternative Therapie für chronische
Erkrankungen wie ADHS der Verzehr von bestimmten Algen angepriesen. Es
gibt keine Studie, die eine Wirksamkeit dieser "Therapie" belegt. Eine
günstige Wirkung ist auch rational nicht zu erwarten. Hingegen ist jetzt
eine Warnung des kanadischen Gesundheitsministeriums über mögliche
Schädigungen veröffentlicht worden: Die aus den kanadischen und
amerikanischen Seen gewonnenen Algen gehören zu den Cyanobakterien, die
das Toxin Mikrocystin bilden. Dieses akkumuliert in der Leber und im
Nervensystem und wirkt hepato- und neurotoxisch. Vor allem für Kinder
können lebensbedrohliche Situationen entstehen. Das Mikrocystotoxin
konnte an Hand von Stichprobenuntersuchungen im Labor der Universität
von Alberta in diversen Produkten der Blau-grünen Alge in toxischer
Dosis isoliert werden. Das kanadische Gesundheitsministerium empfiehlt
daher, den Nahrungszusatz "Algen" zu meiden. Die unerwünschten Wirkungen
reichen von gastrointestinalen Symptomen (Übelkeit, Erbrechen,
Diarrhoe), Ikterus und Apathie bis hin zum Leberausfallkoma. Die
neurogenen Schäden äußern sich in einer Polyneuropathie.
In ihrem Buch "Heilkraft der
AFA-Algen" schreibt Frau Simonsohn: "Als Nebenwirkungen können
Blähungen, Durchfall und Übelkeit auftreten. Dies ist ein Zeichen von
der reinigenden Wirkung der AFA-Alge, der Königin der Wildpflanzen, die
in ihrer Heilkraft der Muttermilch entspricht". Frau Simonsohn hat
sichtlich nicht begriffen, was eine Alge ist, nämlich ein
Zwischenstadium zwischen prokaryontem und eukaryontem Zustand. Und sie
deutet die Anzeichen einer Hepatotoxizität als eine positive purgative
Wirkung der AFA-Alge. Auch ist die Analogie zur Muttermilch weder vom
biophysikalischen und vom biochemischen Standpunkt aus haltbar.
Wir raten, sich der Empfehlung
des kanadischen Gesundheitsministeriums anzuschließen und diese Algen
vom Speisezettel zu streichen, auch im Hinblick auf ihre Unwirksamkeit,
was die ADHS-Therapie betrifft.
Dr. med. K. Stollhoff
Neuropädiaterin
Arbeitsgemeinschaft ADHS
E-mail:
kontakt@AG-ADHS.de
