Informationen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Afa-Algen: Eine Alternative zu Ritalin?

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 02.12.2008

Gesundheitsgefährdung durch Algen-Präparate

Warnung vor Algenzubereitungen

Die blau-grünen Algen können zu hepato- und neurotoxischen Schädigungen führen. Seit einigen Monaten wird als alternative Therapie für chronische Erkrankungen wie ADHS der Verzehr von bestimmten Algen angepriesen. Es gibt keine Studie, die eine Wirksamkeit dieser "Therapie" belegt. Eine günstige Wirkung ist auch rational nicht zu erwarten. Hingegen ist jetzt eine Warnung des kanadischen Gesundheitsministeriums über mögliche Schädigungen veröffentlicht worden: Die aus den kanadischen und amerikanischen Seen gewonnenen Algen gehören zu den Cyanobakterien, die das Toxin Mikrocystin bilden. Dieses akkumuliert in der Leber und im Nervensystem und wirkt hepato- und neurotoxisch. Vor allem für Kinder können lebensbedrohliche Situationen entstehen. Das Mikrocystotoxin konnte an Hand von Stichprobenuntersuchungen im Labor der Universität von Alberta in diversen Produkten der Blau-grünen Alge in toxischer Dosis isoliert werden. Das kanadische Gesundheitsministerium empfiehlt daher, den Nahrungszusatz "Algen" zu meiden. Die unerwünschten Wirkungen reichen von gastrointestinalen Symptomen (Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe), Ikterus und Apathie bis hin zum Leberausfallkoma. Die neurogenen Schäden äußern sich in einer Polyneuropathie.
In ihrem Buch "Heilkraft der AFA-Algen" schreibt Frau Simonsohn: "Als Nebenwirkungen können Blähungen, Durchfall und Übelkeit auftreten. Dies ist ein Zeichen von der reinigenden Wirkung der AFA-Alge, der Königin der Wildpflanzen, die in ihrer Heilkraft der Muttermilch entspricht". Frau Simonsohn hat sichtlich nicht begriffen, was eine Alge ist, nämlich ein Zwischenstadium zwischen prokaryontem und eukaryontem Zustand. Und sie deutet die Anzeichen einer Hepatotoxizität als eine positive purgative Wirkung der AFA-Alge. Auch ist die Analogie zur Muttermilch weder vom biophysikalischen und vom biochemischen Standpunkt aus haltbar.

Wir raten, sich der Empfehlung des kanadischen Gesundheitsministeriums anzuschließen und diese Algen vom Speisezettel zu streichen, auch im Hinblick auf ihre Unwirksamkeit, was die ADHS-Therapie betrifft.

Dr. med. K. Stollhoff
Neuropädiaterin
Arbeitsgemeinschaft ADHS
E-mail: kontakt@AG-ADHS.de

 

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.